Bohrschablone fräsen lassen oder drucken – die Frage stellt sich bei jedem Implantatfall neu. Entscheidend ist nicht die Fertigungsmethode allein, sondern ob Planungsdaten, Hülsensystem und Passungsprüfung sauber zusammenpassen. Was dabei konkret abläuft.
Was die Praxis ans Labor schickt
Vollständige Unterlagen sind die Voraussetzung – ohne sie lässt sich keine Bohrschablone planen. Das Labor braucht:
- DVT-Datensatz im DICOM-Format – Schichtdicke ≤ 0,3 mm, möglichst artefaktarm
- Oberflächenscan als STL – Intraoralscanner-Export oder digitalisiertes Gipsmodell
- Planungsdatei aus coDiagnostiX, DTX Studio, Implant3D o. ä. – alternativ Systemangabe mit Implantatdurchmesser, -länge und Position
- Hülsenspezifikation – Führungssystem (z. B. Straumann, Nobel, Camlog), Innendurchmesser, Anschlagmaß
Wer die fertige Planungsdatei direkt mitschickt, spart eine Abstimmungsrunde. Bei unklaren Angaben meldet sich das Labor kurz – lieber einmal rückfragen als eine Schiene fertigen, die nachher korrigiert werden muss.
Drucken oder Fräsen
Für Einzelimplantate und unkomplizierte Kieferverhältnisse reicht eine gedruckte Schiene aus biokompatiblem SLA- oder DLP-Kunststoff. Fertigungszeit kurz, Materialaufwand gering. Anders sieht es bei langen Freiendsituationen, mehreren Hülsen auf engem Raum oder ausgeprägter Schleimhautkompressibilität aus: Hier lohnt das Fräsen aus PMMA. Die gleichmäßigere Wandstärke und der geringere Materialverzug machen sich beim Hülsensitz bemerkbar – ein Unterschied von 0,1 mm kann sich im Bohrkanal auswirken. In unserem Fräszentrum in Berlin-Reinickendorf laufen Druck und Fräsung inhouse; die Schiene geht nicht zur Fremdfertigung raus.
Hülseneinbau und Passungsprüfung
Die Führungshülsen werden nach Systemvorgabe eingearbeitet – Innendurchmesser, Einbautiefe und Anschlagmaß sind herstellerspezifisch und ohne Toleranzpuffer. Eine Hülse, die zu tief sitzt, verändert den geplanten Bohrkanal; eine, die zu hoch steht, lässt den Bohrer kippen. Das Labor prüft die fertige Schiene zuerst auf dem Modell: vollflächiger Auflagekontakt ohne Druckpunkte, keine Kipptendenz, reproduzierbare Ausgangsposition. Was auf dem Modell nicht satt sitzt, sitzt im Mund auch nicht – dieser Prüfschritt ist nicht optional. Bei Auffälligkeiten wird vor der Auslieferung nachkorrigiert.
Ablauf und Zeitrahmen
Standard-Laufzeit ab vollständigen Daten: zwei bis drei Werktage. Eilfälle sind möglich, wenn sie vorab telefonisch angemeldet werden – dann lässt sich der Fertigungsslot freihalten. Die Lieferung läuft über die tägliche Botentour in Berlin, Abholung und Rückgabe inklusive. Wer außerhalb liegt, bekommt die Schiene auf dem Postweg. Praxen, die regelmäßig Implantate setzen, empfehlen wir ein einmaliges Vorabgespräch zu Datenformat und Hülsensystem – das verkürzt jeden Folgeauftrag spürbar.
Anfragen und Rückfragen direkt unter 030 40397939 oder über die Praxis-Anfrage. Wer darüber hinaus prothetische Versorgungen oder Einzelarbeiten aus dem gleichen Haus beziehen möchte, findet den Leistungsüberblick unter Teilfertigung und Lohnarbeiten.