Craniomandibuläre Dysfunktion, kurz CMD, beschreibt eine Funktionsstörung im Zusammenspiel von Kiefergelenken, Kaumuskulatur und Zahnkontakten. Die Beschwerden reichen von Kiefergelenkknacken über Muskelverspannungen bis zu Kopf- und Nackenschmerzen. Die Diagnose stellt die Praxis. Das Labor setzt einen Teil der Therapie handwerklich um – und dieser Teil entscheidet über das Ergebnis mit.
Was bei CMD im Labor ankommt
Eine CMD ist selten auf eine einzelne Ursache zurückzuführen. Häufig wirken Parafunktionen wie Knirschen oder Pressen, Fehlbelastungen und eine gestörte Bisslage zusammen. Für das Labor ist entscheidend: Die Schiene soll die Unterkieferposition definiert führen und die Muskulatur entlasten. Dafür braucht das Labor präzise Modelle, ein verwertbares Registrat und eine klare Vorgabe der Praxis, in welche Position der Unterkiefer gebracht werden soll.
Schienentypen in der Therapie
Nicht jede Schiene erfüllt denselben Zweck. In der CMD-Therapie kommen unterschiedliche Konzepte zum Einsatz:
- Relaxierungsschiene (Michigan-Typ): harte Schiene mit gleichmäßigen Kontakten und Eckzahnführung. Sie entkoppelt die Verzahnung und lässt die Muskulatur eine entspannte Position finden.
- Äquilibrierungs- oder Zentrikschiene: dient dazu, eine reproduzierbare Kieferposition zu suchen und zu stabilisieren.
- Repositionierungsschiene: führt den Unterkiefer in eine veränderte Lage, etwa bei einer Diskusverlagerung.
Welcher Typ angefertigt wird, gibt die Praxis vor. Das Labor wählt das Verfahren und das Material, das die geforderte Stabilität und Passung liefert.
Registrat und Adjustierung
Eine Schiene ist nur so gut wie die Position, in der sie hergestellt wurde. Das Registrat überträgt die von der Praxis ermittelte Kieferrelation auf den Artikulator. Ist es ungenau, stimmt die Schiene später im Mund nicht – unabhängig davon, wie sauber gearbeitet wurde. Deshalb prüfen wir Registrat und Modelle vor der Fertigung auf Plausibilität und melden uns bei Unstimmigkeiten zurück.
Die Adjustierung ist der zweite kritische Punkt. Die Schiene wird so eingeschliffen, dass im definierten Schlussbiss gleichmäßige Kontakte entstehen und die Führung beim Bewegen des Unterkiefers sauber abläuft. Eine schlecht adjustierte Schiene kann Beschwerden verstärken statt sie zu lindern. Die Feinkorrektur am Patienten bleibt Sache der Praxis, die Grundlage dafür legt das Labor.
Eine CMD-Schiene ist kein Standardprodukt. Sie ist die handwerkliche Übersetzung einer ärztlichen Diagnose – und steht und fällt mit Registrat und Adjustierung.
Zusammenspiel von Praxis und Labor
Funktionstherapie gelingt nur, wenn Behandler und Zahntechniker dieselbe Sprache sprechen. Die Praxis liefert Diagnose, Registrat und Therapieziel. Das Labor fragt nach, wenn Angaben fehlen, statt zu interpretieren. Bei aufwendigen Fällen ist eine kurze Abstimmung vor der Fertigung oft sinnvoller als jede Nacharbeit.
Wir arbeiten als Kooperationslabor für Zahnärzte und behandeln Funktionsarbeiten als Teamleistung. Eine Übersicht unserer Leistungen finden Sie hier; für eine konkrete Versorgung oder Rückfragen nehmen Sie direkt Kontakt auf.