21.05.2026 · Maisto Dentallabor

Implantatkrone verschraubt oder zementiert: Vor- und Nachteile im Vergleich

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Die Befestigung einer Implantatkrone entscheidet mit über Langzeiterfolg, Wartbarkeit und Ästhetik. Verschraubt oder zementiert – diese Frage gehört vor den Beginn der Arbeit, nicht ans Ende. Aus Sicht des Labors hängt die Antwort von der Implantatposition, der Achsneigung und den Erwartungen an spätere Eingriffe ab. Beide Verfahren sind etabliert, keines ist pauschal besser.

Die verschraubte Implantatkrone

Bei der verschraubten Versorgung wird die Krone über einen Schraubenkanal direkt mit dem Implantat verbunden. Der wesentliche Vorteil liegt in der Reversibilität. Die Krone lässt sich lösen, ohne sie zu zerstören. Das ist relevant bei Schraubenlockerung, bei der Hygienekontrolle am Implantat oder bei einer späteren Erweiterung der Versorgung.

Hinzu kommt: Es entsteht kein Zementspalt. Damit entfällt das Risiko von Zementresten im Sulkus, das als Mitursache periimplantärer Entzündungen gilt. Wo die Achse stimmt, ist die Verschraubung deshalb häufig die sicherere Wahl.

Die Grenze liegt im Schraubenkanal. Er muss durch die Kaufläche oder die palatinale Fläche austreten. Im Frontzahnbereich kann der Austritt die Ästhetik stören, wenn die Implantatachse ungünstig steht. Verschraubte Kronen verlangen daher eine implantologisch saubere Position oder den Einsatz abgewinkelter Lösungen.

Die zementierte Implantatkrone

Die zementierte Krone sitzt auf einem Abutment, ähnlich der Versorgung auf einem präparierten Zahn. Das erlaubt mehr Freiheit bei der Gestaltung der Kaufläche, weil kein Kanal die Form unterbricht. Achsabweichungen lassen sich über das Abutment ausgleichen. Die Ästhetik ist im sichtbaren Bereich oft leichter zu erreichen.

Der zentrale Nachteil ist der Zement selbst. Überschüssiges Material kann unter dem Zahnfleischsaum verbleiben und dort unbemerkt Reizungen auslösen. Je tiefer der Kronenrand liegt, desto schwerer ist die vollständige Entfernung. Ein durchdachtes Abutment-Design mit gut zugänglichem Rand reduziert dieses Risiko. Zudem ist die zementierte Krone schlechter wieder lösbar. Ein späterer Zugang zur Schraube ist nur über das Anbohren der Krone möglich.

Schraubenkanal und Ästhetik

Der Schraubenkanal lässt sich nach dem Festziehen verschließen, üblicherweise mit Teflon und Komposit. Bei korrekter Position fällt er kaum auf. Problematisch wird es, wenn die Achse nach vestibulär zeigt. Dann liegt der Austritt im sichtbaren Bereich. Hier zahlt sich die Abstimmung zwischen Praxis und Labor schon bei der Implantatplanung aus. Eine prothetisch gedachte Position entscheidet später über die Befestigungsart.

Entscheidungshilfe für die Praxis

Eine Orientierung aus der täglichen Arbeit:

  • Verschraubt, wenn die Achse passt, Reversibilität gewünscht ist oder der Kronenrand tief liegt.
  • Zementiert, wenn die Implantatachse ungünstig steht und die Ästhetik im Vordergrund steht – bei flach gelegtem, gut erreichbarem Rand.
  • Im Zweifel die Position vor der Implantation gemeinsam klären, statt die Befestigung am Ende zu erzwingen.

Wir besprechen die Befestigungsart pro Fall, nicht nach Schema. In unserem Fräszentrum fertigen wir Abutments und Kronen passend zur geplanten Versorgung. Als Kooperationslabor für Zahnärzte stimmen wir die Versorgung schon vor dem Eingriff ab. Für eine Rücksprache erreichen Sie uns über den Kontakt.

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