17.04.2026 · Maisto Dentallabor

Intraoralscanner in der Praxis: Worauf Zahnärzte achten sollten

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Der Intraoralscanner ersetzt die konventionelle Abformung durch eine optische Erfassung der Mundsituation. Für das Labor zählt nicht das Gerät, sondern die Qualität des Datensatzes. Wer die digitale Abformung in der Praxis etablieren will, sollte einige technische Punkte kennen, bevor das erste Modell auf dem Bildschirm steht.

Offene oder geschlossene Systeme

Ein Unterschied liegt in der Architektur des Systems. Ein geschlossenes System bindet den Scanner an eine bestimmte Software und oft an einen festen Verarbeitungsweg. Der Export an Dritte ist eingeschränkt oder nur kostenpflichtig freizuschalten.

Ein offenes System gibt die Daten in einem neutralen Format heraus. Das ist für die Zusammenarbeit mit dem Labor relevant: Sie behalten die Wahl, an wen Sie Ihre Scans übermitteln, und sind nicht an einen einzigen Verarbeitungspfad gebunden. Vor der Anschaffung lohnt die konkrete Frage, ob sich der Datensatz frei exportieren lässt und in welchem Format.

Datenformate: STL, PLY und herstellereigene Formate

Das verbreitetste Format ist die STL-Datei. Sie beschreibt die Oberflächengeometrie als Netz aus Dreiecken – ohne Farbinformation. Für viele prothetische Arbeiten reicht das aus.

Das PLY-Format transportiert zusätzlich die Farbtextur des Scans. Diese Information hilft bei der Abgrenzung von Präparationsgrenze, Gingiva und Restzahnsubstanz. Daneben existieren herstellereigene Formate, die Bissregistrierung und mehrere Kiefer in einer Datei bündeln. Klären Sie mit Ihrem Labor, welche Formate verarbeitet werden, bevor Sie sich auf einen Workflow festlegen.

Scan-Strategie und typische Fehlerquellen

Ein Scanner liefert nur dann brauchbare Daten, wenn die Aufnahmetechnik stimmt. Eine durchdachte Scan-Strategie folgt einem festen Pfad – meist okklusal, dann oral und vestibulär – ohne den Scankopf abzusetzen. Unterbrechungen führen zu Stitching-Fehlern, bei denen die Software Teilbilder falsch zusammensetzt.

Die häufigsten Fehlerquellen in der Praxis:

  • Feuchtigkeit und Speichel auf der Präparation verfälschen die Oberfläche. Ein trockenes Feld ist Voraussetzung.
  • Unklare Präparationsgrenze: Was das Auge kaum sieht, kann der Scanner nicht erfassen. Die Retraktion vor dem Scan entscheidet über die Passung.
  • Blut und Sulkusfluid erzeugen Artefakte, die das Labor nicht korrigieren kann.
  • Unvollständige Bissregistrierung: Ober- und Unterkiefer müssen über genügend Kontaktpunkte zugeordnet sein.

Häufig wird angenommen, die Software gleiche Lücken aus. Sie interpoliert fehlende Bereiche – und das kann an der entscheidenden Stelle zu einer ungenauen Randpassung führen. Was nicht sauber gescannt ist, lässt sich digital nicht zurückgewinnen.

Die Übermittlung ans Labor

Sind die Daten erfasst, folgt der zweite kritische Schritt: die Übergabe. Sinnvoll ist ein gesicherter Übertragungsweg, der die Patientendaten DSGVO-konform behandelt. Ein klar definierter Auftrag – mit Angaben zu Versorgungsart, Material, Farbe und Präparationsgrenze – reduziert Rückfragen.

Es empfiehlt sich, die digitale Schnittstelle vor dem ersten echten Fall gemeinsam mit dem Labor zu testen. So zeigt sich früh, ob Format, Vollständigkeit und Bissregistrierung tragfähig sind. Als Kooperationslabor für Zahnärzte richten wir den digitalen Workflow auf Ihr Scansystem aus – vom Datenformat bis zur Modellfreigabe.

Wenn Sie die Umstellung auf die digitale Abformung planen oder Ihren bestehenden Scan-Workflow überprüfen möchten, sprechen Sie uns an. Über die Kontaktseite stimmen wir Schnittstelle und Datenübergabe ab.

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