Ein Praxislabor stößt regelmäßig an dieselbe Grenze: Zwei, drei größere Fälle treffen gleichzeitig ein, dazu Krankheit oder Urlaub im Team, und plötzlich liegt eine Woche Verzug auf dem Tisch. Eine neue Fräse oder eine zusätzliche Kraft löst das nicht, weil die Spitze nur ein paar Tage im Monat dauert. Sinnvoller ist, einzelne Arbeitsschritte abzugeben und den Rest im eigenen Haus zu behalten. Dieser Beitrag zeigt, welche Schritte sich dafür eignen und woran Sie die Entscheidung festmachen.
Auslagern statt aufstocken: wann sich der Schritt rechnet
Eine eigene Fräse, ein Drucker oder eine zusätzliche Technikerstelle rechnen sich nur bei konstanter Grundauslastung. Spitzen sind per Definition nicht konstant. Wenn die Maschine an drei Tagen im Monat überläuft und sonst steht, ist Zukauf günstiger als Anschaffung plus Wartung, Kalibrierung und Stillstand. Die Frage lautet nicht, ob Sie es selbst können, sondern ob dieser Schritt eine Maschine oder eine Stelle dauerhaft auslastet. Tut er das nicht, ist er ein Kandidat fürs Auslagern.
Diese einzelnen Schritte gibt man sinnvoll ab
Auslagern heißt nicht, einen Fall komplett aus der Hand zu geben. Es geht um abgegrenzte Schritte, die sich per Datensatz übergeben und kontrolliert zurückholen lassen:
- Fräsleistung: Sie konstruieren in Exocad, der STL-Datensatz geht raus, das gefräste Gerüst oder die Restauration kommt zurück. Zirkon, NEM, Titan und PMMA decken die gängigen Indikationen ab.
- Gerüste: Kronen- und Brückengerüste, die Sie anschließend selbst verblenden und individualisieren. Die Wertschöpfung am Patientenfall bleibt bei Ihnen, nur die maschinenintensive Basis wird zugekauft.
- Modelle: gedruckte Modelle aus dem Intraoralscan, wenn der eigene Drucker ausgelastet ist oder ein Schwung Modelle parallel anfällt.
- Einzelne Eilfälle: ein dringender Fall, der nicht mehr in die eigene Planung passt, statt ihn abzulehnen oder zu verschieben.
Was im Haus bleibt, ist die Handarbeit am Patientenfall: Verblendung, Charakterisierung, Passung am Modell, die Abstimmung mit dem Behandler. Diese Schritte lassen sich ohnehin nicht sinnvoll abgeben.
Worauf es bei der Übergabe ankommt
Damit Auslagern entlastet und nicht zusätzliche Arbeit schafft, muss der Datenfluss stimmen. Offene STL-Daten und Exocad sind die Voraussetzung: Sie konstruieren wie gewohnt, exportieren den Datensatz und sind nicht an ein geschlossenes System gebunden. Klären Sie vorab drei Punkte: welches Material in welcher Indikation, welche Liegezeit realistisch ist und wie das Werkstück zurückkommt. In Berlin läuft das über eine tägliche Botentour mit Abholung und Lieferung, nicht über Paketversand mit dem Risiko, dass ein Eilfall einen Tag im Verteilzentrum liegt. Sehen Sie sich dazu unser Fräszentrum in Berlin und die Möglichkeiten der Teilfertigung und Lohnarbeiten an.
Mit einem Schritt anfangen, nicht mit dem ganzen Fall
Wer zum ersten Mal auslagert, steigt klein ein: ein gefrästes Gerüst, das Sie selbst weiterverarbeiten. So prüfen Sie Passung, Materialqualität und Liegezeit an einem Fall, bei dem Sie die Kontrolle behalten. Stimmt das Ergebnis, wird der nächste Engpass entspannter, weil Sie wissen, welchen Schritt Sie jederzeit abgeben können. Maisto Dentallabor ist ein Mittelstandsbetrieb in Berlin-Reinickendorf, voll digital im eigenen Haus mit Scan, Druck und eigenem Fräszentrum. Es wird nichts weitergereicht, nichts ins Ausland gegeben. Auch knifflige oder eilige Fälle nehmen wir an. Wenn Sie einen konkreten Schritt durchrechnen wollen, schildern Sie ihn uns über die Praxis-Anfrage für Zahnärzte oder sehen Sie sich vorab unser Fräszentrum genauer an.