14.08.2026 · Maisto Dentallabor

Scandaten-Qualität (STL): Was im Labor wirklich ankommen muss

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Wenn eine STL-Datei bei uns ankommt, sehen wir innerhalb weniger Sekunden, ob sie brauchbar ist. Entscheidend sind vier Dinge: die Präparationsgrenze, die Nachbarzähne, der Antagonist und das Bissregistrat. Fehlt eines davon oder ist es unscharf erfasst, müssen wir nachfragen oder schätzen – und Schätzen bedeutet in der Regel Nacharbeit, meist zulasten des Eingliederungstermins.

Die Präparationsgrenze muss lückenlos sichtbar sein

Wir brauchen die Grenze 360 Grad umlaufend, ohne Unterbrechung durch Blut, Speichel oder Sulkusflüssigkeit. Bei subgingivaler Präparation heißt das: Retraktionsfaden oder Retraktionspaste vor dem Scan, nicht danach entfernen und nachscannen ohne neue Trocknung. Ist die Grenze im Mesh verwaschen oder nur zu erahnen, legen wir die Konstruktionsgrenze nach bestem Wissen fest – trifft sie nicht, ist der Kronenrand entweder offen oder überkonturiert, und die Arbeit geht zurück.

Nachbarzähne und Approximalkontakte

Ein Scan, der nur die präparierte Zahnkrone plus ein Stück Nachbarzahn zeigt, reicht für die Kontaktpunktgestaltung nicht. Wir brauchen mesial und distal jeweils den vollständigen Nachbarzahn, bei mehrgliedrigen Restaurationen den ganzen Quadranten. Sonst passiert genau das, was in der Praxis am meisten Zeit kostet: Der approximale Kontakt ist beim Einsetzen zu stramm oder hat Luft, weil die Software an der Stelle interpoliert statt gemessen hat.

Antagonist und Bissregistrat

Der Antagonist muss in derselben Qualität gescannt sein wie die Präparation, nicht als schneller Zusatzscan. Für die Bissregistrierung reicht ein bukkaler Scan in Höckerspitzenhöhe in habitueller Okklusion – ohne Wangenweichteile im Bild und ohne dickes PVS-Material dazwischen, das die Zähne auf Abstand hält. Ein verzogenes oder lückenhaftes Bissregistrat merken wir meist erst am fertigen Modell: Doppelkontakte oder ein Frühkontakt, den die Praxis dann selbst nacheinschleifen muss.

Scanfehler, die konkret Nacharbeit verursachen

  • Blut oder Speichel überdeckt die Präparationsgrenze – die Grenze ist im Mesh nicht rekonstruierbar
  • Scan wird vor Ende des Kiefers abgebrochen – fehlende Stützpunkte führen zu Verzug beim Stitching
  • Retraktionsfaden bleibt beim Scan liegen – er erscheint im Modell und der Kronenrand wird zu dick konstruiert
  • Bissregistrat nur einseitig oder mit Lücke zur Kaufläche – die Artikulation stimmt nicht
  • Kein Scanspray bei glänzenden, nassen Oberflächen – Löcher im Mesh, die die Software automatisch auffüllt, ohne dass das auffällt
  • Scanpfosten bei Implantatfällen wackelt während der Aufnahme – Positionsungenauigkeit, die erst beim Gerüsttest sichtbar wird

Bei kniffligen Fällen – Vollbogen, mehrere Implantate, große Lückenschlüsse – lohnt sich ein kurzer Anruf vor dem Scan mehr als eine Korrekturschleife danach. Fragen zu einem konkreten Fall oder zur Datenqualität klären Sie am schnellsten über die Anfrage aus der Praxis. Für Fräsarbeiten, die exakte Toleranzen aus sauberen STL-Daten verlangen, steht unser Fräszentrum in Berlin zur Verfügung – auch für Teilfertigung und Lohnarbeiten, wenn Sie einzelne Arbeitsschritte an uns abgeben möchten.

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