Eine Zahnprothese ist täglich im Einsatz – beim Essen und beim Sprechen. Damit sie lange hält und gut sitzt, braucht sie regelmäßige Pflege. Diese ist unkompliziert, wenn man einige Punkte beachtet. Im Labor sehen wir, welche Gewohnheiten den Unterschied machen.
Die tägliche Reinigung
Reinigen Sie Ihre Prothese morgens und abends sowie nach den Hauptmahlzeiten. Speisereste und Beläge lagern sich genauso an wie an natürlichen Zähnen. Bleiben sie liegen, entstehen Verfärbungen, Mundgeruch und auf Dauer auch Entzündungen am Zahnfleisch.
So gehen Sie vor:
- Nehmen Sie die Prothese heraus und spülen Sie grobe Reste unter lauwarmem Wasser ab.
- Bürsten Sie sie mit einer Prothesenbürste oder einer weichen Zahnbürste – außen und innen.
- Reinigen Sie auch die Klammern und die Flächen, die am Zahnfleisch anliegen.
- Putzen Sie zusätzlich Ihren Mund: Zahnfleisch, Gaumen und Zunge mit einer weichen Bürste.
Halten Sie die Prothese beim Reinigen über ein mit Wasser gefülltes Waschbecken oder ein Handtuch. Fällt sie auf harte Fliesen, kann sie brechen.
Welche Reinigungsmittel sind sinnvoll?
Verwenden Sie milde Mittel: etwas Handseife, ein Prothesenreinigungsmittel oder ein mildes Spülmittel. Zahnpasta ist weniger geeignet, denn viele Sorten enthalten feine Schleifkörper, die mit der Zeit Kratzer hinterlassen. In diesen Rillen setzen sich dann Beläge fest.
Reinigungstabletten helfen gegen Verfärbungen und Bakterien, ersetzen aber nicht das mechanische Bürsten. Das Tablettenbad ist eine Ergänzung, keine alleinige Reinigung. Verzichten Sie auf Haushaltsessig, Bleichmittel oder kochendes Wasser – sie greifen Kunststoff und Metall an und können die Prothese dauerhaft verformen.
Richtig aufbewahren
Ob die Prothese nachts im Mund bleibt oder herausgenommen wird, besprechen Sie mit Ihrem Zahnarzt. Wenn Sie sie herausnehmen, gilt: Viele Prothesen sollten feucht lagern. Bewahren Sie sie in einer Dose mit Wasser oder in einer Reinigungslösung auf, damit das Material nicht austrocknet und spröde wird.
Lassen Sie die Prothese nicht offen auf der Heizung oder in der Sonne liegen. Hitze verzieht den Kunststoff, und schon kleine Veränderungen führen dazu, dass die Prothese drückt oder nicht mehr richtig hält.
Häufige Fehler – und wann Sie Hilfe brauchen
Diese Fehler sehen wir am häufigsten:
- Reinigen mit harter Bürste oder scheuernder Zahnpasta.
- Heißes Wasser zum Abspülen oder Einlegen.
- Wackelnden Sitz mit immer mehr Haftcreme ausgleichen, statt die Ursache prüfen zu lassen.
- Risse oder lockere Klammern selbst kleben.
Drückt die Prothese, sitzt sie locker oder ist etwas abgebrochen, warten Sie nicht zu lange. Versuchen Sie keine Reparatur in Eigenregie mit Sekundenkleber – das beschädigt das Material oft endgültig. Ein gebrochener Zahn oder ein Riss lässt sich im Labor in der Regel sauber wieder herrichten. Bei dringenden Fällen helfen wir weiter – schildern Sie uns Ihr Anliegen über unsere Seite für Patienten oder direkt über den Kontakt. Was im Labor entsteht, zeigen wir Ihnen unter unseren Leistungen.
Lassen Sie Ihre Prothese außerdem regelmäßig kontrollieren. Mund und Kiefer verändern sich mit der Zeit, und eine kleine Anpassung sorgt dafür, dass die Prothese wieder bequem sitzt.