Die Implantatposition bestimmt das prothetische Ergebnis. Eine Bohrschablone überträgt die am Bildschirm geplante Position, Achse und Tiefe in den Mund – reproduzierbar und unabhängig von der Sicht im OP-Situs. Damit verlagert sich die kritische Arbeit von der Hand am Bohrer hin zur Planung. Wer hier sauber arbeitet, hält Abweichungen gering, schont anatomische Strukturen und schafft die Grundlage für eine spannungsfreie Versorgung.
Was eine Bohrschablone leistet
Grundlage einer Bohrschablone ist die Überlagerung zweier Datensätze: Das DVT zeigt Knochenangebot, Nervverläufe und Sinusboden, der Intraoralscan liefert die Weichgewebs- und Zahnsituation an der Oberfläche. Beide werden im Planungsprogramm zusammengeführt. Erst aus dieser Kombination lässt sich die Implantatachse so legen, dass sie knöchern abgestützt und zugleich prothetisch korrekt steht.
Die Schablone führt den Bohrer über Hülsen in der geplanten Achse. Je nach System wird voll- oder teilgeführt gearbeitet. Die Abstützung erfolgt zahn-, schleimhaut- oder knochengetragen, abhängig von Restbezahnung und Indikation.
Backward Planning: von der Krone zum Bohrloch
Eine Implantatplanung beginnt nicht am Knochen, sondern an der späteren Versorgung. Beim Backward Planning wird zuerst die Zahnposition festgelegt – Stellung, Achse, Emergenzprofil. Von dort wird zurückgeplant, wo das Implantat liegen muss, damit Schraubenkanal und Suprakonstruktion später stimmen.
Dieser Ansatz vermeidet das Problem rein chirurgisch gesetzter Implantate: ausreichend Knochen, aber eine Achse, die prothetisch nur mit Kompromissen oder abgewinkelten Aufbauten zu lösen ist. Die Verbindung zur Implantatprothetik ist damit von Beginn an mitgedacht.
Sicherheit und Vorhersagbarkeit
Die geführte Bohrung hält definierte Abstände zu Nachbarzähnen, Nervkanal und Kieferhöhle ein. Das senkt das Risiko intraoperativer Korrekturen und macht den Eingriff planbarer, gerade bei reduziertem Knochenangebot oder mehreren Implantaten. Bei entsprechender Planung lässt sich eine provisorische Versorgung vorbereiten, die nach der Insertion eingesetzt werden kann.
Entscheidend bleibt die Übertragung. Eine Schablone ist nur so gut wie ihr Sitz. Passung, eindeutige Positionierung und die Kontrolle des korrekten Aufliegens gehören zum Workflow.
Zusammenarbeit mit der Praxis
Wir fertigen Bohrschablonen auf Basis Ihrer DVT- und Scandaten und stimmen die Planung vor der Fertigung mit Ihnen ab. Die prothetische Endsituation planen wir mit, sodass Chirurgie und spätere Versorgung zusammenpassen.
- Datengrundlage: DVT plus Intraoralscan oder Modellscan
- Planung: prothetisch geführt nach Backward-Planning-Prinzip
- Abstimmung: Freigabe der Implantatposition vor Produktion
- Anschluss: durchgängig bis zur prothetischen Versorgung
Als Kooperationslabor für Zahnärzte in Berlin-Reinickendorf begleiten wir den Fall von der Planung bis zur fertigen Arbeit. Für die Besprechung Ihrer Implantatfälle erreichen Sie uns über den Kontakt.